Hier möchte ich mich nur der Stadt Osaka und ihren Eigenheiten widmen. Einerseits wird ja immer wieder behauptet, dass Osaka sich so sehr vom restlichen Japan unterscheiden würde und andererseits mag ich diese Stadt einfach so gerne, dass ich mich sowieso schon viel mit ihrem Charakter beschäftige. Warum euch also nicht daran teilhaben lassen? (-;

Zum Teil berichte ich von meinen eigenen Erfahrungen, aber ich habe auch andere Quellen, wie zum Beispiel „Osaka-gaku“ (Osakalogie), das von einem waschechten Osaka-jin verfasst wurde. Was darin steht, haben mir auch schon, unabhängig von dem Buch, viele andere Osaka-jin bestätigt. Scheint also zu stimmen. (:
Viele Eigenschaften Osakas leiten sich aus der Geschichte der Stadt ab. Von Anfang an prägte der Hafen die Stadt, die ursprünglich als Naniwa (heute als Namba ein zentraler Stadtteil von Osaka) bekannt war. Schon im Altertum wurden in Naniwa große Lagerhäuser errichtet, da sich hier viele Güter vor allem aus Westjapan ansammelten. Gehandelt wurde vor allem mit Korea, wo Japan in dieser Zeit noch Kolonien besaß. Viele Koreaner siedelten sich daher in Naniwa an und so war die Stadt schon früh ein Anziehungspunkt für Ausländer.
Im 7. und 8. Jahrhundert machte Shomu-Tenno Naniwa zur Hauptstadt Japans und nannte sie deshalb Naniwa-no-miya (Hauptstadt Naniwa). Mit dem Verlust der koreanischen Kolonien und dem Umzug der Hauptstadt nach Kyoto verlor Naniwa seine Bedeutung für einige Zeit.
Die Sengoku-Zeit verhalf Osaka, wie die Stadt mittlerweile hieß, endgültig zum Aufstieg. Toyotomi Hideyoshi wählte Osaka als Sitz seiner Burg aus und ließ diese ab 1583 errichten. Um die Burg herum siedelten sich Händler und Kaufleute an, die hier frei ihren Geschäften nachgingen konnten und so begann der wirtschaftliche und kulturelle Aufschwung der Stadt.
In der Edo-Zeit verstärkte die Trennung von Politik und Wirtschaft Osakas Rolle als wirtschaftliches Zentrum Japans. Diese Rolle behielt Osaka bis zum Zweiten Weltkrieg, konnte danach aber mit der Wirtschaftskraft Tokyos nicht mehr mithalten. Trotzdem bleibt sie bis heute sichtbar, wie ihr im Folgenden sehen werdet.
Fortsetzung folgt…