Gestern ging es mit mehr oder weniger nützlichen Orientierungen auf dem Toyonaka-Campus weiter. Die Führung durch die Hauptbibliothek war ganz in Ordnung, nur die lange Einleitung davor war überflüssig. „Diese Bibliothek hat drei Bereiche, A, B, C. Bereich A hat sechs Stockwerke, Bereich B hat vier Stockwerke… So und so viele Bücher, so und so viele Quadratmeter“ und dergleichen. *gähn* Am interessantesten war, dass die Zeitschriftenregale sich auf Knopfdruck verschieben lassen und nicht per Handrad, wie ich das bisher kannte. Die Abteilung für Austausstudenten ist seeehr groß *haha* und es gibt auch eine Abteilung für „Nipponese Literature“. *g*
Nach der Mittagspause gab es dann eine Einführung in das Cybermedia-Center, wo wir alle vor einen PC gesetzt wurden und sofort alle anfingen, wie verrückt das Internet zu benutzen. Ich schätze, es gab niemanden, der dem armen Menschen zugehört hat, der sich vorne bemühte, uns irgendwas zu erklären…
Ständig kam die Frage auf, ob man irgendwo Wireless-LAN benutzen könnte. In der Bibliothek soll es angeblich möglich sein, aber so genau weiß das irgendwie keiner. Überhaupt ist Wireless-LAN irgendwie ein Fremdwort hier…
Zum Schluss gab es noch eine Führung über den gesamten Toyonaka-Campus. Wir fragten eine der Studentinnen, die uns herumführten nach Internetmöglichkeiten und sie meinte, dass wir bei McDonalds Wireless-LAN nutzen könnten, aber dazu später noch mehr…
Heute haben Brigi und ich dann endlich versucht, ein Bankkonto bei Mitsui Sumitomo zu eröffnen. Sie hat zwar schon eins, aber JASSO überweist nicht an Postbankkonten, so dass sie ein anderes braucht. Insofern ist es ganz gut, dass ich noch kein Konto bei der Post eröffnet habe, wie ich ursprünglich vorhatte.
Brigi meinte, dass es in Minami-Senri nur einen Geldautomaten von Sumitomo gäbe, weshalb wir nach Kita-Senri fuhren, wo wir vergeblich nach der Bank suchten und uns auch niemand sagen konnte, wo eine Bank sei. Erst der dritte Japaner, den ich fragte, konnte uns sagen, dass es in Kita-Senri keine Sumitomo-Bank gibt.
Also sind wir unverrichteter Dinge erstmal zum Suita-Campus gefahren, wo wir in der IC-Hall Anja treffen und den Webtest für die Japanischkurse machen wollten. Beim Test für den vierten Level, in den ich gerne will, habe ich 93 von 150 Punkten errreicht. Jetzt bin ich nicht ganz sicher, ob ich den Kurs tatsächlich machen kann, aber da frage ich am Montag mal Kondo-sensei.
Die Damen in der IC-Hall meinten, dass es in Minami-Senri doch eine Sumitomo-Bank gäbe und nicht nur einen Geldautomaten, weshalb wir also nochmal dorthin fuhren und tatsächlich eine Bank fanden.
Soweit so gut. Wir bekamen auch gleich Formulare zum Ausfüllen, aber als wir gerade damit anfangen wollten, wies uns ein Herr zu einem freien Schalter, wo der Spaß erst richtig anfing. Brigi brauchte außer dem Bankkonto auch noch eine Kreditkarte, damit sie einen Internetanschluss beantragen kann, was sich als sehr schwierig herausstellte. Denn irgendwie muss man schon sechs Monate in Japan gelebt haben, um eine Kreditkarte von Sumitomo zu bekommen. Ich hatte auch ziemliche Schwierigkeiten zu verstehen, was die Frau am Schalter von mir wollte, weil sie natürlich Keigo benutzte und ich mich erst langsam wieder daran erinnerte. Sie hat mir bestimmt viermal etwas erklärt und ich habe immer nachgefragt, ob ich das jetzt richtig verstanden hätte, bis ich schließlich aufgab und fragte, ob sie Englisch spricht. Jedenfalls konnte Brigi dann doch kein Konto bei Sumitomo eröffnen und ging mit Anja zu einer anderen Bank, während ich bei Sumitomo blieb und es irgendwie mit Hilfe der Bänkerin schaffte, das Formular auszufüllen und nur noch ein paar Minuten warten musste, bis mein Kontobuch fertig war. Seltsam ist, dass man sich selbst eine Pin-Nummer ausdenken muss.
Später im Wohnheim sagte uns ein jordanischer Austauschstudent, Daut (der so), dass ein Freund von ihm eine Kreditkarte bekommen hätte, während er selbst bis jetzt noch überhaupt kein Konto besitzt. Scheinbar sind die Regelungen von Filiale zu Filiale unterschiedlich und man sollte es bei verschiedenen Filialen probieren. Aber egal, ich habe endlich mein Bankkonto!! *yay*
Abends sind wir dann zum nächsten McDonalds gefahren, um nach Wireless-LAN zu fragen, wo die Bedienungen erstmal anfingen zu lachen. Wahrscheinlich war unsere Frage zu abwegig… Jedenfalls schickten sie uns zu einem größeren McDonalds, um es dort zu probieren. Wir mussten ein ganzes Stück von Minami-Senri fahren, nur um wieder festzustellen, dass wir kein Wireless-LAN benutzen konnten. Also den ganzen Weg wieder zurück und diesmal auch noch bergauf…
Heute sind wir eindeutig zu viel Fahrrad gefahren und haben dabei eindeutig zu wenig erreicht. Plus: Es war eindeutig zu schwül und heiß. Ich glaub, ich hab noch nie so viel geschwitzt wie heute und über zu wenig Bewegung kann ich mich auch nicht beklagen.