Der zweite Orientierungstag war sehr ermüdend. Zum einen, weil mir die meisten Informationen schon aus den Broschüren bekannt war, die mir nach München geschickt worden waren (und die ich hier nocheinmal bekam), und zum anderen, weil alles auf Japanisch und Englisch erklärt wurde, wodurch sich alles ewig in die Länge zog.
Als wir ankamen, wurden unsere Pässe eingesammelt, damit die Uni Kopien machen konnte und wir bekamen jeder einen dicken Packen Zettel und unsere Studenten- und Bibliotheksausweise. Die OUSSEP-Koordinatoren, Kondo-san und Kitahama-san, und die Mitarbeiter von der Austauschstudenten-Abteilung stellten sich vor und riefen dann alle OUSSEP-Studenten der Reihe nach auf, um sich auch kurz vorzustellen.
Für alle, die Statistik mögen, hier ein paar Zahlen (allerdings nur die OUSSEP-Studenten, dazu kommen noch reguläre Austauschstudenten):
USA 7
Kanada 5
China 4
Frankreich 4 (darunter ein Ehepaar)
Australien 3
Finland 3
Korea 3
Thailand 3
Taiwan 2
Je eine(r) aus: Polen, Deutschland (guess who), Holland, Schweden, Ungarn, Italien, Mongolei
Insgesamt 41
(davon sind 33 ganzjährig, 5 halbjährig und 3 im fortgeschrittenen Japanischkurs)
Die meiste Zeit hat Kondo-san alles mögliche über OUSSEP erklärt und das sehr ausführlich, weil ja alles soooo kompliziert ist. Zum Beispiel ist es sehr kompliziert zu verstehen, dass man 15 krejit points (Krejit points?? – Ah, credit points! (O-Ton nicht Japanisch sprechende Studenten *g*)) pro Semester erreichen muss, um das Programm erfolgreich abzuschließen. Da muss man schon ne halbe Stunde drüber sprechen. Ja, wirklich, das braucht man schon. Und als Kondo-san seine Erklärungen endlich abgeschlossen hatte, meldete sich Kitahama-san zu Wort, die nochmal unterstrich, dass wir MINDESTENS 15 credit points verdienen müssen. (Is mir doch eh wurscht…) So ging das den ganzen Tag, nur von der Mittagspause unterbrochen, in der uns die Sempais eine bessere Caféteria zeigten, die etwas weiter von der IC-Hall entfernt liegt, und eben immer erst auf Japanisch und dann noch mal den ganzen Schmarrn auf Englisch. *hoorray*
Als wir gegen 15:30 Uhr alle Erklärungen überstanden hatten, kamen drei Damen von der Gastfamilien-Organisation AMIGO vorbei und stellten ihre Organisation vor. Die Frauen im Alter zwischen 50 und 60 veranstalten Anfang Oktober einen Basaar und während des Semesters Ausflüge etc. Von ihnen bekam jeder ein Paket Waschpulver geschenkt. ^_^
Anschließend stand das Supervisor-Treffen an, was heute sicherlich am interessantesten von allem war. Mir wurde Dr. Ayako Fujita von der Fakultät für Human Sciences zugeteilt, die mit ihrer Assistentin „Botcha“ gekommen war. Sie hatte zwar meine Bewerbungsunterlagen für OUSSEP samt der Empfehlung von Herrn Vollmer dabei, aber meinen Aufsatz über mein Forschungsvorhaben hatte sie scheinbar nicht. So musste ich ihr ganz von vorne erklären, wofür ich mich interessiere. Die beiden nahmen mich dann in die Fakultät mit, wo mir Botcha den Studentenraum zeigte. Dort saßen zwei weitere Studenten (Namen vergessen -.-), von denen der eine mir gleich Tee kochte und Pocky anbot. Ab da kamen im Minutentakt immer neue Studenten in den Raum, die sich mir vorstellten und nie wussten, ob sie Englisch oder Japanisch mit mir sprechen sollten. Einer fing an mit: „My name is Daisuke“ und fragte dann die anderen, was „Yoroshiku onegaishimasu“ auf Englisch bedeute, worauf ich einfach „Yoroshiku onegaishimasu“ antwortete und alle lachten. Daisuke bekam dann Schluckauf und Botcha wollte wissen, was Schluckauf auf Deutsch heißt. Die Studenten in der Fakultät scheinen schwer in Ordnung zu sein, lachen viel und sind sehr lustig. Hab mich da sehr wohl gefühlt.
Plötzlich kam ein weiterer Japaner herein, der sich mir fast flüsternd als Kei Herai vorstellte und mir mitteilte, dass er massenweise statistische Daten hätte. Falls ich also Datenmaterial bräuchte, sollte ich zu ihm kommen. Er kramte noch nach einer Visitenkarte, fand aber keine, und verschwand dann so schnell er konnte wieder. Die anderen meinten dann, dass er super schüchtern sei.
Schließlich kam noch ein weiterer Student herein, der wohl als Freak bekannt ist, auffällig gestylt war und sich „Prince“ nennt. Eigentlich heißt er aber Tetsu. Tetsu forscht in die gleiche Richtung wie ich und will mir beim nächsten Treffen Kopien von seinen Büchern schenken.
Da platzte nochmal Herai-san herein, um mir seine Visitenkarte in die Hand zu drücken und dann gleich wieder kehrt machte, über die Schuhe im Eingangsbereich stolperte und zurück in sein Büro flüchtete. Hab wirklich noch keinen so schüchternen Typen erlebt… Laut Visitenkarte ist er Doktorand.
Die anderen Studenten waren kurz davor zu gehen und warteten nur noch auf ihren Bus und so fingen sie an, sich über mein Aussehen zu unterhalten. Tetsu verglich mich mit Botcha, der ich überhaupt nicht ähnlich sehe und Daisuke fragte, ob in Deutschland viele Mädchen die Haare so wie ich tragen…
Als ich zu meinem Fahrrad ging, sah ich den italienischen Studenten Paolo, der mit einer Karte herumhantierte und nicht wusste, wie er wieder in sein Wohnheim kommen sollte. Zum Glück wohnt er nicht weit von meinem Wohnheim entfernt, so dass ich ihm den Weg bis zum Yamada-eki zeigen konnte, von wo aus er (hoffentlich) zurück gefunden hat. Werde ich ja morgen herausfinden, wenn er bei der Tour über den Toyonaka-Campus dabei ist (oder eben nicht)…
Wow, du hast Prince kennen gelernt. Aber hat sich der nicht umbenannt? Oder heißt er mittlerweile wieder Prince?
Hi Franzi. Bin grad in Osaka.
Ich bleibe 3 Tage hier. Bin in Nishikujo.
Wie kann ich dich erreichen?
Hi hier ist wiedr Yong.
Also ich wohne in abanti(urbanty) business hotel in nishikujo.
telefonnummer 64682008 zimmer 406.
ja bin noch 2 tage hier. also falls wir uns nicht treffen sollten…tut es mir leid!!!joah bis dann!!!
>Daniel: Joa, scheinbar tarnt er sich jetzt als Tetsu. xD
>Yong: Gomen, ich werd versuchen, dich zu erreichen…